6. KAPITEL

 

VERDACHTSMOMENTE

 

Miß Trelawny hatte als erste ihre Fassung wiedergewonnen. Stolz und Würde prägten ihren Ausdruck, als sie sagte:

»Sehr gut, Mrs. Grant. Sollen Sie doch gehen! Zahlen Sie alle bis zum heutigen Tag aus und geben Sie einen Monatslohn dazu. Sie haben mir bislang treu gedient, und der Grund ihres Weggehens ist kein gewöhnlicher. Von jemandem, der besessen ist von Ängsten, kann man keine Treue erwarten. Diejenigen, die bleiben, sollen in Zukunft doppelten Lohn bekommen. Und schicken Sie diese bitte zu mir, wenn ich es Ihnen ausrichten lasse.«

Mrs. Grant kochte vor unterdrückter Empörung. Als Haushälterin war sie außer sich über die großzügige Behandlung von Dienstboten, die sich zur gemeinsamen Kündigung verschworen hatten.

»Das verdienen die nicht, Miß. So wie man die hier behandelt, werden die für immer verdorben. Nie im Leben hab’ ich gesehen, daß Dienstboten es so gut hatten oder daß jemand so gütig zu ihnen war wie Sie. Im Haushalt des Königs hätte es ihnen nicht besser gehen können. Und wenn es mal Ärger im Haus gibt, einfach auf und davon gehen! Abscheulich ist das!«

Miß Trelawny brachte die Empörte auf sanfte Weise zur Ruhe, so daß Mrs. Grant schließlich ging und verminderten Groll gegen die Undankbaren zur Schau trug. Gänzlich anders gestimmt kam sie nach einer Weile wieder und fragte, ob ihre Herrin es wünsche, daß neues Personal eingestellt werden solle, falls sich solches fände. »Denn Sie wissen ja«, fuhr sie fort, »wenn die Dienstboten einmal Angst bekommen, dann ist es ihnen nie wieder auszutreiben. Es finden sich vielleicht neue Dienstboten, aber die suchen ebenso schleunigst das Weite. Niemand kann sie halten. Sie laufen einfach fort, und selbst wenn sie den einen Monat Kündigungsfrist einhalten, führen sie sich auf, daß man stündlich wünschte, man hätte sie nicht behalten. Die Frauenzimmer, die Schlampen, sind schon schlimm genug. Aber diese Männer, das sind die ärgsten!«

Miß Trelawny gab ohne eine Spur von Ärger oder Empörung zurück:

»Mrs. Grant, ich glaube, wir versuchen es lieber mit denen, die uns geblieben sind. Während der Krankheit meines Vaters werden wir sehr zurückgezogen leben, so daß nur drei Personen im Haus zu versorgen sind. Sollten diejenigen, die bleiben wollen, nicht ausreichen, dann werde ich Hilfe für sie engagieren. Man wird doch ohne Schwierigkeiten ein paar Hausmädchen bekommen, vielleicht solche, die Ihnen bekannt sind, Mrs. Grant. Und denken Sie bitte daran, daß diejenigen, die kommen und bleiben wollen und etwas taugen, denselben Lohn bekommen sollen wie die, die geblieben sind. Mrs. Grant, obwohl ich Sie natürlich nicht mit dem Personal auf eine Stufe stelle, gilt die Anhebung des Lohnes auf das Doppelte auch für Sie.«

Dabei reichte sie ihre schmale, langfingrige Hand, die die andere erfaßte, sie an die Lippen führte und sich als Ältere gegenüber der Jüngeren die Freiheit nahm, sie zu küssen. Ich selbst konnte nicht umhin ihre Großzügigkeit im Umgang mit den Dienstboten zu bewundern. Mrs. Grants halblaute Bemerkung beim Verlassen des Raumes wird mir stets im Gedächtnis bleiben:

»Kein Wunder, daß es hier wie im Haushalt eines Königs zugeht, wenn die Herrin selbst eine Prinzessin ist!«

»Eine Prinzessin!« Das traf den Nagel auf den Kopf. Diese Vorstellung befriedigte meine Phantasie und rief mir in einer Woge von Licht jenen ersten Augenblick ins Gedächtnis, als sie auf dem Ball am Belgrave Square durch mein Blickfeld gewirbelt war. Eine königliche Gestalt! Groß, schlank, biegsam und beweglich gleich einer Lilie oder einem Lotus. In ein’ fließendes Gewand aus einem durchscheinenden, golddurchwirkten Material gekleidet. Als Kopfschmuck hatte sie ein altes ägyptisches Geschmeide getragen, eine kleine Kristallscheibe inmitten aufrechter, aus Lapislazuli geschnittener Federn. Um das Handgelenk war ein breites Band geschlungen eine alte Arbeit in Form eines ausgebreiteten Flügelpaares aus Gold, dessen Federn aus farbigen Steinen bestanden. Trotz ihrer anmutigen Haltung, die sie mir gegenüber bewies, als die Gastgeberin mich vorstellte, hatte ich damals Angst vor ihr. Erst später, beim Picknick auf dem Fluß, hatte ich ihre sanfte und liebenswerte Natur erkannt, und meine Scheu hatte sich zu etwas anderem gewandelt.

Eine Weile saß sie da und machte sich Notizen. Dann schob sie die Sachen beiseite und ließ die treuen Dienstboten kommen. Da ich der Meinung war, sie solle dieses Gespräch lieber allein führen, ging ich hinaus. Und als ich wiederkam, sah ich Spuren von Tränen in ihren Augen.

Die nächste Phase, an der ich Anteil hatte, war noch beunruhigender und sehr viel schmerzlicher. Am späten Nachmittag kam Sergeant Daw ins Arbeitszimmer. Nachdem er sorgsam die Tür geschlossen und sich gründlich umgesehen hatte, ob wir wohl allein wären, kam er ganz nahe an mich heran.

»Was gibt es?« fragte ich. »Sie möchten mich allein sprechen?«

»Ganz recht, Sir! Darf ich ganz vertraulich sprechen?«

»Natürlich dürfen Sie. Wenn es um das Wohl von Miß Trelawny geht – und natürlich um das ihres Vaters –, sollen Sie ganz offen sein. Ich nehme an, daß wir beide ihnen nach besten Kräften dienen wollen.«

Er zögerte ein wenig, eher er antwortete. »Sie wissen natürlich, daß ich meine Pflicht tun muß. Und Sie werden mich gewiß gut genug kennen, um zu wissen, daß ich sie tun werde. Ich bin Polizeibeamter, Detektiv. Und es ist meine Pflicht, die Tatsachen eines jeden Falles zutage zu fördern, auf den ich angesetzt werde, – ganz und gar unparteiisch. Ich würde es vorziehen mit Ihnen ganz allein und vertraulich zu sprechen, ohne Erwähnung von Pflichten irgend jemandem gegenüber, mit Ausnahme meiner gegenüber Scotland Yard schuldigen Pflicht.«

»Selbstverständlich!« gab ich mechanisch zurück. Mein Herz sank, und ich wußte nicht warum. »Seien Sie ganz offen. Sie können sich auf mich verlassen.«

»Danke, Sir. Was ich sage, müssen Sie für sich behalten. Nicht einmal Miß Trelawny oder ihr Vater, wenn er wieder gesund wird, dürfen es erfahren.«

»Aber gewiß doch, wenn Sie es zur Bedingung machen!« sagte ich noch um eine Spur steifer. Dem Mann entging die Veränderung meines Tons und Gehabens nicht, denn er sagte entschuldigungheischend:

»Verzeihen Sie Sir, aber indem ich mit Ihnen über dieses Thema spreche, überschreite ich meine Pflicht. Nun kenne ich Sie schon sehr lange. Und ich spüre, daß ich Ihnen trauen darf. Nicht nur Ihrem Wort, Sir, das ist selbstverständlich, aber auch Ihrer Diskretion.«

Ich vollführte eine Verbeugung. »Fahren Sie fort«, sagte ich.

»Sir, ich habe über diesen Fall nachgedacht, bis sich mir im Kopf alles drehte. Und doch kann ich keine normale Lösung finden. Zur Zeit eines jeden Überfalls hat niemand das Haus betreten und gewiß niemand verlassen. Was kann man daraus folgern?«

»Daß jemand – oder etwas – sich bereits im Haus befand«, sagte ich unwillkürlich lächelnd.

»Genau das meine ich auch«, äußerte er mit einem hörbaren Seufzer der Erleichterung. »Sehr gut also! Wer könnte dieser Jemand sein?«

»Jemand oder etwas, sagte ich«, gab ich zur Antwort.

»Mr. Ross, bleiben wie bei »jemand«. Diese Katze, mag sie auch gebissen und gekratzt haben, kann den alten Herrn nicht aus dem Bett gezerrt und versucht haben, das Armband mit dem Schlüssel von seinem Arm zu lösen. Solche Dinge machen sie wunderhübsch in den Büchern, in denen die Amateurdetektive, die alles schon wissen, ehe es passiert, dies dann zu Theorien verarbeiten. Aber bei Scotland Yard, wo die Leute ja auch noch nicht auf den Kopf gefallen sind, müssen wir immer wieder entdecken, daß Menschen und nicht Dinge dahinterstecken, wenn ein Verbrechen begangen oder versucht wird.«

»Dann also »Menschen«, Sergeant.«

»Wir sprachen von »jemandem«, Sir.«

»Ganz recht, dann also »jemand«.«

»Sir, ist Ihnen nicht aufgefallen, daß bei jeder der drei Gelegenheiten, als sich das Unerklärliche zutrug, jedesmal eine Person die erste war, die zur Stelle war und Alarm schlug?«

»Hm, sehen wir mal! Ich glaube, Miß Trelawny schlug beim ersten Mal Alarm. Beim zweiten Mal war ich zugegen, wenn auch schlafend, ebenso Schwester Kennedy. Als ich erwachte, waren bereits mehrere Personen da. Sie selbst waren darunter. Soviel ich weiß, war auch bei dieser Gelegenheit Miß Trelawny vor Ihnen da. Beim letzten Versuch befand ich mich im Raum, als Miß Trelawny das Bewußtsein verlor. Ich trug sie hinaus und kehrte sogleich um.

Als ich wieder hineinkam, war ich der erste, und Sie waren mir knapp auf den Fersen, glaube ich.«

Sergeant Daw überlegte kurz, ehe er antwortete:

»Sie war bei all diesen Gelegenheiten anwesend oder gar als erste zur Stelle.«

Die daraus resultierende Folgerung war für mich als Anwalt nicht mißzuverstehen. Am besten also, man ging ihr auf halbem Weg entgegen. Ich habe immer wieder feststellen müssen, daß man einer bloßen Annahme am besten dadurch begegnet, daß man sie zu einer Feststellung werden läßt.

»Sie meinen also«, sagte ich, »daß bei den einzigen Gelegenheiten, als Schaden entstand, Miß Trelawny dies entdeckte und wir dies als Beweis dafür nehmen müssen, daß sie es getan hat? Oder daß sie irgendwie mit den Angriffsversuchen und mit der jeweiligen Entdeckung in Zusammenhang stand?«

»Dies so deutlich auszusprechen, hätte ich nicht gewagt. Doch genau dorthin führen mich meine Überlegungen.«

Sergeant Daw hatte Mut. Er schreckte vor der aus seiner Betrachtung der Tatsachen erwachsenden Folgerung nicht zurück.

Eine Weile schwiegen wir beide. In mir kamen Befürchtungen hoch. Keine Zweifel an Miß Trelawny oder dem, was sie tat. Aber Befürchtungen, daß ihr Tun mißverstanden werden könnte. Es war offenbar, daß irgendwo ein Geheimnis steckte. Und wenn man keine Lösung fand, würde man den Zweifel irgend jemandem anhängen. In Fällen wie diesen richten sich die Vermutungen der Mehrzahl stets an der Linie des geringsten Widerstandes aus. Und wenn der Beweis gelänge, daß jemandem aus dem Tod Mr. Trelawnys, sollte dieser überhaupt eintreten, ein Vorteil erwuchs, dann würde es diesem Jemand angesichts der Verdachtsmomente schwerfallen, seine Unschuld zu beweisen. Ich ertappte mich dabei, wie ich diesen rücksichtsvollen Kurs verfolgte, der für die Verteidigung stets die sicherste Haltung darstellt, bis der Schlachtplan der Anklage offenbar wird. In diesem Stadium hätte es nichts genützt, wenn ich einer von einem Detektiv entwickelten Theorie scharf entgegentrat. Mit verständnisvollem Zuhören konnte ich Miß Trelawny nun am besten nützen. War der Zeitpunkt gekommen, diese Theorien zu widerlegen, dann würde ich all meinen Kampfgeist samt sämtlichen mir zu Verfügung stehenden Waffen einsetzen.

»Sie werden natürlich Ihre Pflicht tun«, sagte ich. »Was haben Sie nun vor?«

»Das weiß ich noch nicht, Sir. Sehen Sie, bislang ist es bei mir ja nicht mal ein Verdacht. Würde mir jemand anders sagen, diese liebreizende junge Dame hätte ihre Hände dabei im Spiel würde ich ihn für verrückt halten. Aber ich bin gehalten, meinen Schlüssen zu folgen. Ich weiß sehr wohl, daß oft ein ganzer Gerichtssaal – mit Ausnahme der Anklage, die die Tatsachen kannte, und des Richters, der es sich angewöhnt hatte, mit seiner Meinung zurückzuhalten – geschworen hätte, der Angeklagte wäre unschuldig, und daß auf diese Weise die unwahrscheinlichsten Personen für schuldig befunden wurden. Ich hätte nicht um alles in der Welt eine junge Dame zu Unrecht beschuldigen mögen, schon gar nicht, wenn eine so schwere Last auf Ihren Schultern ruhte. Und Sie können versichert sein, daß ich mit keinem Wort eine solche Anklage, käme sie von einem anderen, unterstützen würde. Aus diesem Grund spreche ich zu Ihnen ganz im Vertrauen, von Mann zu Mann. Sie sind darin geübt, Beweise zu erbringen. Das ist Ihr Beruf. Meine Arbeit reicht nur bis zu Verdachtsmomenten und zu dem, was wir unsere eigenen Beweise nennen – nämliche Teilbeweise, Indizien, mehr nicht. Sie kennen Miß Trelawny besser als ich. Während ich das Krankenzimmer bewache und mich im Haus umsehe, kann ich die Dame nicht so gut kennenlernen wie Sie und etwas über ihr Leben und ihr Tun erfahren. Wollte ich sie selbst darüber befragen, wäre ihr Argwohn geweckt. Im Falle ihrer Schuld wäre es um den letzten Beweis geschehen. Denn sie würde leicht einen Weg finden, die Aufdeckung zu verhindern. Ist sie aber, wie ich sehr hoffe, unschuldig, dann täte man ihr mit einer Anschuldigung bitter Unrecht. Ich habe mir die ganze Sache gründlich überlegt, ehe ich mich an Sie wandte, und falls ich mir zuviel damit herausnahm, tut es mir aufrichtig leid.«

»Keineswegs, Daw«, sagte ich voller Wärme, denn der Mut, die Aufrichtigkeit und Bedachtsamkeit dieses Mannes verdienten Respekt. »Ich bin sehr froh, daß Sie mit mir so offen gesprochen haben. Wir beide möchten die Wahrheit finden. Und an diesem Fall haftet so viel Seltsames – Seltsames, das alle unsere Erfahrungen überschreitet –, daß unsere einzige Chance auf lange Sicht darin besteht, auf die Wahrheit aufs Geratewohl zu zielen, egal was unsere Ansichten sein mögen und welches Ziel wir letzten Endes erreichen werden!«

Der Sergeant schien erfreut, als er fortfuhr:

»Daher glaubte ich, sie würden schrittweise den Beweis erbringen, wenn Sie wüßten, daß jemand diese Möglichkeit ins Auge faßt; einen Beweis oder zumindest eine Idee, die sie selbst überzeugen würde, entweder dafür oder dagegen. Und dann würde man schließlich zu einem Schluß kommen, oder aber man würde alle anderen Möglichkeiten so genau untersuchen, daß die wahrscheinlichste schließlich als die einem Beweis als nächste oder als starker Verdacht übrigbliebe. Danach müßten wir –«

In diesem Augenblick ging die Tür auf, und Miß Trelawny trat ein. Kaum hatte sie uns bemerkt, wollte sie sich rasch wieder zurückziehen. »Entschuldigen Sie!« sagte sie. »Ich wußte nicht, daß Sie hier drinnen sind und noch dazu beschäftigt.«

Bis ich mich erhoben hatte, war sie daran kehrtzumachen.

»Treten Sie ein«, sagte ich. »Sergeant Daw und ich besprachen die ganze Angelegenheit.«

Während sie noch unschlüssig dastand, erschien Mrs. Grant mit den Worten: »Dr. Winchester ist da, Miß, und möchte Sie sprechen.«

Ich gehorchte Miß Trelawnys Blick. Gemeinsam verließen wir den Raum.

Nachdem der Doktor den Kranken untersucht hatte, teilte er uns mit, daß keine Änderung des Zustandes eingetreten wäre. Er setzte hinzu, daß er dessenungeachtet die Nacht gern im Haus verbringen würde, falls dies möglich wäre. Darüber zeigte sich Miß Trelawny sehr erfreut und ließ Mrs. Grant Bescheid geben, sie möge ein Zimmer bereitmachen. Später, als ich mit ihm zufällig eine Weile allein war, sagte er unvermittelt:

»Ich habe es eingerichtet, hier die Nacht zu verbringen, weil ich mit Ihnen reden möchte. Und da ich möchte, daß es ganz unter uns bleibt, dachte ich mir, die unauffälligste Möglichkeit ergäbe sich bei einer Zigarre spätabends, wenn Miß Trelawny bei ihrem Vater wacht.«

Wir hielten uns noch immer an die Abmachung, daß entweder die Tochter des Kranken oder ich die Nacht über Wache hielten. In den frühen Morgenstunden wachten wir gemeinsam. Ich sah diesem Zeitpunkt mit Bangen entgegen, denn ich wußte ja, daß der Detektiv in aller Heimlichkeit selbst auf dem Posten, und zwar besonders wachsam, sein würde.

Der Tag verlief ereignislos. Miß Trelawny schlief nachmittags und löste nach dem Dinner die Schwester ab. Mrs. Grant blieb bei ihr, während Sergeant Daw auf dem Korridor Wache hielt. Ich nahm indessen mit Dr. Winchester den Kaffee in der Bibliothek ein. Wir steckten eben unsere Zigarren an, als er leise sagte:

»Und nun zu unserem vertraulichen Gespräch. Wie gesagt, die Sache muß unter uns bleiben, das versteht sich.«

»Selbstverständlich!« sagte ich mit sinkendem Herzen und dachte an mein Gespräch mit Sergeant Daw vom vergangenen Morgen und an die bohrenden Ängste, die es in mir hinterlassen hatte.

»Dieser Fall ist dazu angetan, den geistigen Normalzustand von uns allen, die wir betroffen sind, auf eine Probe zu stellen. Je mehr ich darüber nachdenke desto konfuser scheine ich zu werden. Und diese zwei Geraden der logischen Beweisführung, streben immer stärker in entgegengesetzte Richtungen.«

»Welche Geraden?«

Er sah mich scharf an, ehe er Antwort gab. In solchen Augenblicken konnte Doktor Winchesters Blick höchst beunruhigend sein. Und er hätte so auf mich gewirkt, hätte ich abgesehen von meinem Interesse an Miß Trelawny, noch ein anderes persönliches Interesse an dem Fall gehabt. Wie die Dinge aber lagen überstand ich den Blick ungerührt. Ich fühlte mich nun ganz als Anwalt. In gewissem Sinne fungierte ich hier als »amicus curie«, in einem anderen Sinn aber hatte ich die Verteidigung über. Allein der Gedanke, daß im Kopf dieses klugen Mannes zwei gleichstarke und entgegengesetzte Linien zu finden waren, war an sich so tröstlich, daß meine Befürchtungen bezüglich einer neuerlichen Attacke sich in Nichts auflösten. Als er zum Reden ansetzte, lächelte er undeutbar. Dieses Lächeln wich jedoch ernster Bedeutsamkeit, als er sagte:

»Zwei Geraden – nämlich Tatsache und – Phantasie! Die erste beinhaltet diese ganze Sache: Angriff, versuchten Raub und Mord; Ohnmächten, geplante Katalepsie, die entweder auf verbrecherischen Hypnotismus und Gedankensuggestion hinweist oder auf eine einfache Form der Vergiftung, die in unserer Toxikologie noch nicht bekannt ist. Die andere Gerade zeigt an, daß ein Einfluß am Werk ist, der in keinem mir bekannten Buch vorkommt – es sei denn in Romanen. Noch nie im Leben empfand ich so stark den Wahrheitsgehalt von Hamlets Worten:

»Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde…

Als eure Schulweisheit sich träumen läßt.«

Nun, sehen wir uns als erstes die »Tatsachenseite« an. Da hätten wir einen Mann in seinem eigenen Haus, inmitten seines Haushalts; es befinden sich zahlreiche Bediente verschiedener Klassen im Haus, was einen organisierten Anschlag von seiten des Dienstbotentraktes ausschließt. Der Mann ist reich, gelehrt, klug. Seine Physiognomie läßt keinen Zweifel daran zu, daß er ein Mensch mit eisernem Willen und mit zielstrebiger Entschlußkraft ist. Seine Tochter – vermutlich das einzige Kind, ein intelligentes, reizendes Mädchen – schläft im angrenzenden Zimmer. Es liegt kein Grund vor, einen Angriff oder eine Störung irgendwelcher Art zu erwarten und keine vernünftige Gelegenheit für einen Außenstehenden dergleichen zu verursachen. Und doch haben wir es mit einem Angriff zu tun, einem brutalen, erbarmungslosen Angriff mitten in der Nacht. Die Entdeckung folgt unmittelbar danach, so rasch, daß es nicht nach Zufall, sondern Absicht aussieht. Der oder die Angreifer wurden sichtlich vor Vollendung ihrer Absicht gestört, wie immer diese ausgesehen haben mag. Und doch gibt es nirgends Anzeichen einer Flucht; keine Spur, keine Störung irgendwelcher Art, keine offene Tür, kein offenes Fenster, kein Geräusch. Nichts, was auf einen Täter hingewiesen hätte, ja auch nur darauf, daß eine Untat begangen wurde – bis auf das Opfer und seine von der Tat betroffene nähere Umgebung!

In der darauffolgenden Nacht kommt es zu einem ähnlichen Versuch, obwohl das Haus voller Menschen ist, die wach sind, obwohl im Zimmer und in dessen Umgebung ein Detektiv, eine ausgebildete Krankenschwester, ein gewissenhafter Freund und des Mannes eigene Tochter Wache halten. Die Schwester verfällt in kataleptische Starre, und der wachsame Freund – obwohl durch ein Atemgerät geschützt – schläft tief und fest ein. Sogar der Detektiv wird von einer Art Betäubung übermannt, so daß er im Krankenzimmer seine Pistole abfeuert und nicht einmal sagen kann, worauf er da zu feuern glaubte. Ihr Atemgerät, Mr. Ross, ist das einzige, das auf die »Tatsache« der Sache zuhält. Daß sie nicht wie die anderen den Kopf verloren – wobei die Wirkung direkt proportional zur Zeitdauer steht, die jemand im Raum zubrachte –, weist auf die Wahrscheinlichkeit hin, daß das Betäubungsmittel nicht hypnotische Herkunft ist. Aber wiederum haben wir es hier mit einer widersprüchlichen Tatsache zu tun. Miß Trelawny, die sich länger im Zimmer aufhielt als jemand anders, schien überhaupt nicht beeinflußt. Das würde beweisen, daß der Einfluß, was immer er auch sein mag, nicht allgemein wirkt – es sei denn, sie war dagegen irgendwie gefeit. Sollte es sich erweisen, daß es die Ausdünstung einer dieser ägyptischen Raritäten war, dann wäre die Sache damit erklärt. Dann aber sehen wir uns mit der Tatsache konfrontiert, daß Mr. Trelawny, der sich am meisten in dem Raum aufhielt, der quasi sein halbes Leben darin verbrachte – am heftigsten davon betroffen wurde. Welcher Einfluß könnte das wohl sein, der alle diese verschiedenen und widersprüchlichen Wirkungen zeigt? Nein, je mehr ich über diese Form des Dilemmas nachdenke, desto konfuser werde ich! Selbst wenn der physische Angriff auf Mr. Trelawny von irgend jemandem im Haus, der bislang unverdächtig blieb, ausgeführt wurde, dann würden doch die seltsamen Betäubungszustände ein Rätsel bleiben. So einfach ist es nämlich nicht, jemanden in Katalepsie zu versetzen. Soweit der Wissenschaft bekannt, ist es nicht möglich dergleichen willentlich zu erreichen. Der springende Punkt bei der ganzen Sache ist Miß Trelawny, die dem einen oder mehreren Einflüssen nicht erliegt. Bis auf eine kleine Beinahe-Ohnmacht übersteht sie alles unbeschadet. Sehr sonderbar!«

Ich hörte das alles mit sinkendem Mut, denn wenn auch sein Gehaben kein Mißtrauen erkennen ließ, so waren seine Argumente doch sehr beunruhigend. Obgleich nicht so unverblümt wie der Verdacht des Detektivs, schien Miß Trelawny doch in der Schar der Betroffenen eine besondere Rolle innezuhaben. Und inmitten eines Geheimnisses selbst geheimnisvoll zu wirken heißt, verdächtig sein, darauf lief es letztlich hinaus. Ich hielt es für besser nichts zu sagen. In einem solchen Falle kann sich Schweigen wahrhaftig als Gold erweisen. Und wenn ich jetzt nichts sagte, würde ich später weniger zu verteidigen haben, weniger zu erklären oder zurückzunehmen. Ich war daher insgeheim froh, daß seine Art, seinen Verdacht vorzutragen, von mir keine Antwort erforderte – jedenfalls nicht im Moment. Doktor Winchester schien auch keine zu erwarten – eine Tatsache, die mich freute, ohne daß ich wußte, warum. Er hielt inne, das Kinn aufgestützt und starrte ins Leere. Die Zigarre hing schlaff zwischen den Fingern. Als führe er dort fort, wo er sich unterbrochen hatte, sagte er:

»Die zweite Seite des Dilemmas ist etwas völlig anderes. Und wenn wir dieses Gebiet betreten, müssen wir alles hinter uns lassen was mit Wissenschaft und realer Erfahrung zu tun hat. Ich gestehe, daß es für mich einige Faszination besitzt. Obgleich ich mich bei jedem neuen romantisch ausgesponnenen Gedanken dabei ertappe, daß ich mich zusammenreiße und den Tatsachen wacker ins Angesicht sehe. Manchmal frage ich mich, ob der Einfluß oder die Ausstrahlung aus dem Krankenzimmer mich nicht auch trifft wie die anderen – den Detektiv beispielsweise. Natürlich ist es gut möglich, daß die Wirkung sich ständig steigert, falls es sich um etwas Chemisches, eine Droge etwa, in Gasform handelt. Aber was könnte wohl eine solche Wirkung hervorrufen? Ja, ich weiß, in dem Raum riecht es nach Mumien. Kein Wunder, bei den vielen Grabrelikten, ganz zu schweigen von der echten Tiermumie, die Silvio attackierte. Ich will ihn übrigens morgen auf die Probe stellen. Ich konnte eine Katzenmumie auftreiben, die ich morgen bekommen soll. Dann werden wir sehen, ob Rasseninstinkt Tausende Jahre im Grab überdauern kann. Nun aber zurück zum vorliegenden Thema. Diese Mumiendüfte gehen auf das Vorhandensein von Substanzen zurück, auf Kombinationen von Substanzen, die die ägyptischen Priester, die Gelehrten und Wissenschaftler ihrer Zeit, durch Jahrhunderte lange Erfahrung fanden. Sie entdeckten, daß sie die natürlichen Kräfte des Verfalls aufzuhalten vermochten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sehr mächtige Kräfte am Werk sein. Gut möglich, daß wir es hier mit einer seltenen Substanz zu tun haben, deren Eigenschaften und Kräfte wir in unserem späten und viel prosaischeren Zeitalter nicht begreifen. Möchte doch wissen, ob Mr. Trelawny mehr darüber weiß oder argwöhnt? Eines jedenfalls steht fest: man kann sich eine üblere Atmosphäre für ein Krankenzimmer gar nicht vorstellen. Und ich muß den Mut Sir Freres bewundern, der unter diesen Umständen mit dem Fall nicht befaßt werden möchte. Die für seine Tochter bestimmten Anweisungen Mr. Trelawnys, und nach dem, was Sie mir darüber sagten, die Sorgfalt, mittels der er seine Wünsche durch seinen Anwalt schützen läßt, zeigen sehr wohl, daß er jedenfalls etwas in dieser Richtung argwöhnte. Ja, es sieht fast so aus, als hätte er etwas Derartiges erwartet… hm, ob man darüber wohl etwas in Erfahrung bringen könnte! Gewiß könnte man seinen Papieren etwas entnehmen… Ein schwieriges Unterfangen, aber wir werden es wagen müssen. Denn sein jetziger Zustand darf nicht ewig währen. Sollte etwas passieren, würde es eine gerichtliche Untersuchung geben. In diesem Fall würde eine gründliche Überprüfung vor nichts haltmachen… So wie es jetzt aussieht, würde das Beweismaterial der Polizei einen mehrmals wiederholten Mordanschlag aufzeigen. Und da keine Spuren vorhanden sind, könnte es sich als nötig erweisen, statt der Spur ein Motiv zu suchen.«

Er schwieg still. Seine letzten Worte waren immer leiser geworden, und klangen hoffnungslos. In mir festigte sich die Überzeugung, daß nun für mich der Zeitpunkt gekommen wäre herauszufinden, ob er einen bestimmten Verdacht hätte. Als stünde ich unter einem gewissen Zwang fragte ich:

»Haben Sie jemanden unter Verdacht?«

Er schien eher erschrocken als erstaunt, als er mich ansah und sagte: »Jemanden? Sie meinen wohl eher etwas. Ich bin sicher, daß da ein bestimmter Einfluß wirksam wird. Im Moment beschränkt sich mein Verdacht allein darauf. Später allerdings, wenn meine Überlegungen, mein Nachdenken zu einem bestimmten Schluß führen sollten, wird sich mein Verdacht konkretisieren. Im Moment allerdings…«

Er hielt plötzlich inne und blickte zur Tür. Ein leises Geräusch war zu hören, als die Klinke niedergedrückt wurde. Ich spürte, wie mein Herz stillstehen wollte. Eine düstere Vorahnung überkam mich. Die Unterbrechung vom Morgen, als ich das Gespräch mit dem Detektiv führte, fiel mir schlagartig wieder ein.

Die Tür ging auf, Miß Trelawny trat ein.

Sie bemerkte uns und wollte sofort kehrtmachen, wobei tiefe Röte ihr Antlitz überflutete. Sekundenlang hielt sie inne, und diese wenigen Sekunden schienen sich in geometrischer Progression in die Länge zu dehnen. Meine Anspannung und sichtlich auch die des Doktors ließ nach, als sie sagte:

»Ach, sie müssen entschuldigen, ich wußte nicht, daß Sie beschäftigt sind. Doktor Winchester, ich suchte Sie, weil ich Sie fragen wollte, ob ich heute unbesorgt zu Bett gehen kann, da Sie ja hier sind. Ich bin so müde und abgespannt, daß ich fürchte zusammenzubrechen. Und heute nacht würde ich gewiß nicht von Nutzen sein können.«

Doktor Winchesters Antwort kam von Herzen: »Aber natürlich! Legen Sie sich zur Ruhe und schlafen Sie sich tüchtig aus. Sie brauchen es weiß Gott. Ich bin froh, daß Sie selbst diesen Vorschlag machen, denn als ich Sie heute nacht sah, glaubte ich schon, Sie würden meine nächste Patientin abgeben.«

Sie seufzte erleichtert auf, und ihr müder Ausdruck belebte sich. Nie werde ich den tiefen, ernsten Blick ihrer großen, wunderschönen schwarzen Augen vergessen, als sie zu mir sagte:

»Sie werden Vater heute nacht behüten, ja? Gemeinsam mit Dr. Winchester. Ich bin so voller Sorge, daß jede Sekunde neue Ängste bringt. Aber ich bin so erledigt, daß ich fürchte wahnsinnig zu werden, wenn ich mich nicht ausschlafen kann. Heute will ich ein anderes Zimmer beziehen. Wenn ich nämlich in Vaters Nähe bliebe, bausche ich womöglich jedes Geräusch zu einer neuen Bedrohung auf. Sie werden mich gewiß wecken lassen für den Fall, daß sich etwas ereignen sollte. Ich werde im Schlafzimmer der kleinen Suite neben dem von der Diele abzweigenden Boudoir schlafen. Als ich hierherkam, um bei Vater zu leben, waren das die Räume, die ich bewohnte… Dort werde ich mehr Ruhe finden, vielleicht sogar Vergessen für ein paar Stunden. Morgen werde ich wieder wohlauf sein. Gute Nacht!«

Nachdem ich hinter ihr die Tür geschlossen hatte und an das kleine Tischchen zurückgekehrt war, an dem wir gesessen hatten, sagte Doktor Winchester:

»Das arme Mädchen ist mit seiner Kraft am Ende. Es soll mich freuen, daß sie sich ausruht. Der Schlaf wird sie beleben, und morgen ist wieder alles in Ordnung. Ihre Nerven sind sichtlich angegriffen. Ist Ihnen aufgefallen, wie aufgeregt sie war, und wie sie errötete, als sie eintrat und uns im Gespräch überraschte? Ein ganz harmloser Vorfall, in ihrem eigenen Haus, mit ihren eigenen Gästen würde sie doch unter normalen Umständen nicht dermaßen aufregen!«

Ich war im Begriff, ihm als Erklärung zu ihrer Verteidigung zu sagen, daß ihr Eintreten eine Wiederholung von heute morgen war, als sie den Detektiv und mich angetroffen hatte. Da fiel mir ein, daß jenes Gespräch so vertraulich gewesen war, so daß auch nur eine Erwähnung einen Vertrauensbruch dargestellt hätte. Ich ließ die Sache also unerwähnt.

Wir erhoben uns, um ins Krankenzimmer zu gehen. Doch unterwegs durch den schwach erhellten Korridor, wollte mir der Gedanke nicht aus dem Kopf – und er sollte mich noch tagelang verfolgen –, wie sonderbar es doch war, daß sie mich zweimal im Gespräch unterbrochen hatte, bei dem es um ein solches Thema gegangen war.

Ja, wahrscheinlich ein seltsames Gewebe von Zufällen, in dem wir alle uns verfangen hatten.

 

Die sieben Finger des Todes
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